2026-05-09

Salone del Mobile 2026: Zwischen Material, Zeit und der Sehnsucht nach handgefertigten Objekten

Eine Woche Mailand, neue Formate, mehr Materialbewusstsein und sichtbares Handwerk: Barbara Benz fasst die zentralen Trends der 64. Auflage zusammen.

Salone del Mobile 2026: Zwischen Material, Zeit und der Sehnsucht nach handgefertigten Objekten
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Eine Woche lang haben sich Barbara Benz und Anton Benz zusammen mit ihrem architare-Team zwischen Messegelände, kuratierten Showrooms und historischen Palazzi bewegt und bringen nun die Trends 2026 nach Hause.

Während der 64. Auflage der renommierten Mailänder Möbelmesse wurden neue Formate sichtbar: Statt eines großen Stilbruchs gab es vielmehr eine gemeinsame Haltung — mehr Materialbewusstsein, mehr haptische Qualität, mehr sichtbares Handwerk und eine deutlich stärkere Konzentration auf Räume, die aufwändig inszeniert sind und emotional wie funktional zugleich wirken. Vor allem die Sehnsucht nach Individualität stand im Fokus. „Wo sonst überall automatisierte Prozesse die Regel sind, wächst die Sehnsucht nach Einzigartigkeit“, so Barbara Benz, „hier ist der Trend zum Gegentrend zu erkennen“. Statt Digitalisierung gab es gewebte Textilien, mundgeblasene Vasen und viel Handwerk zu sehen. Für sie lässt sich der Salone del Mobile 2026 deshalb als ein Jahr lesen, in dem sich Design wieder stärker auf seine eigentlichen Qualitäten besonnen hat: auf Material, Berührung, Präzision, Licht und die Intelligenz des Details.

Dass Walter Knoll zu den von architare geführten Marken zählt, passt deshalb besonders gut zur Mailänder Ausgabe 2026: Viele der dort sichtbaren Tendenzen spiegeln sich in den Neuheiten der Marke ebenso wie in der Auswahl des Architare Shops wider.

Unsere Lieblingsbrands auf der Messe

Anlässlich seines 60-jährigen Jubiläums kehrte B&B Italia nach Rho zurück. Mit einem der überzeugendsten Auftritte der Messe unterstrich das Unternehmen seinen Anspruch, wieder stärker an frühere Glanzzeiten anzuschließen. Zu den stärksten Entwürfen zählte der Abaco-Tisch von Ronan Bouroullec, der in Mailand einmal mehr seine gestalterische Klasse zeigte. Die fein miteinander verzahnten Elemente von Platte, Verstrebungen und geschlitzten Beinen verleihen dem Tisch eine besondere Präzision und eine beinahe japanisch anmutende Leichtigkeit, die in der roten Lackversion besonders eindrucksvoll zur Geltung kam. Anlässlich seines 60-jährigen Jubiläums rückt der Klappsessel Nena von Richard Sapper aus dem Jahr 1984 in den Fokus.

Tuuci definiert das Leben im Freien durch innovative Schattensysteme und Möbel neu, ohne dabei den mondänen Signature-Look zu verlieren. Gegründet in Miami von Dougan Clarke, nutzt das Unternehmen präzise Ingenieurskunst und handwerkliches Können, um langlebige, designorientierte Außenumgebungen zu schaffen.

Von der Messehalle rein in die Stadt: Die Fuori Salone

Die Aufmerksamkeit verschiebt sich immer weiter in die Stadt. Längst ist der Fuorisalone der eigentliche Resonanzraum der Messe: ein verteiltes Geflecht aus Showrooms, temporären Installationen und historischen Palazzi.

Kuratiert von Patricia Urquiola, ist der Showroom unter dem Titel „I Feel Space“ als offene Struktur konzipiert, als lebendiger Organismus, der sich Schritt für Schritt entfaltet. Die Möbel von moroso erscheinen als Präsenzen, nie endgültig. Klare Volumen werden weicher, taktile Oberflächen treffen auf strenge Geometrien, modulare Elemente eröffnen neue Konfigurationen.

Bei Walter Knoll wurde der Fuorisalone 2026 zur Bühne für „The Art of Craft“: Ippolito Fleitz Group inszenierte die Neuheiten in einer ruhigen, präzisen Raumstruktur, die Studio Pasquale mit einer raumgreifenden Pflanzeninstallation atmosphärisch verdichtete.

Kunst & Handwerk

Die Mailänder Möbelmesse zeigte eine neue Wertschätzung für Herstellungsprozesse, Materialwissen und die sichtbare Spur des Gemachten. Viele der stärksten Auftritte lebten gerade davon, dass Oberflächen nicht geglättet, Techniken nicht verborgen und Materialien nicht auf bloße Wirkung reduziert wurden. Stattdessen wurde spürbar, dass Qualität heute wieder stärker über Präzision, Zeit, Textur und die Intelligenz des Details definiert wird.

Pop-Art & Design

Abseits der großen Markenauftritte entstehen oft gerade dort die spannendsten Impulse, wo Gestaltung experimenteller, räumlich roher und kuratorisch freier gedacht wird. Solche Formate verlagern den Fokus auf neue Positionen und schaffen Präsentationen, die sich zwischen Ausstellung, Sammlung und Inszenierung bewegen und Design wie Kunst gleichermaßen adressieren.

Was bleibt nach der Salone del Mobile

Barbara Benz hat diese Entwicklung in zentrale Tendenzen verdichtet. Diese sind keine kurzfristigen Moden, sondern belastbare Hinweise darauf, wie anspruchsvolle Interieurs in den kommenden Jahren gedacht werden: präziser, sinnlicher, materialbewusster und stärker auf Atmosphäre als auf Lautstärke fokussiert. Wir zeigen hier Trends, die bleiben werden:

1. Back to Basics: Craftsmanship

Statt Perfektion um jeden Preis rückten Fingerfertigkeit, Zeit und Geste wieder in den Mittelpunkt. Laut AD wurde die Logik des Geflechts 2026 zu einem räumlichen und konstruktiven Prinzip weiterentwickelt — weich und tragend zugleich, offen und ordnend zugleich. Für architare ist das ein starkes Signal: Craftsmanship zeigt sich heute in Struktur, Tiefe und materialischer Intelligenz.

2. Stein: Vom Werkstoff zur Atmosphäre

Ein zweites starkes Thema war Stein — allerdings nicht als polierte Repräsentationsoberfläche, sondern als atmosphärischer Grundton. Stein als matte, poröse, fast architektonische Präsenz, der sich vom Einzelmaterial zum raumbildenden Medium entwickelt. Aus Architare-Sicht liegt darin eine große Qualität: Mineralische Materialien bringen Ruhe, Gewicht und Dauer in ein Interieur.

3. Verschmelzung von Innen und Außen

Geflecht, Rattan, Seil: Was früher klar dem Outdoor zugeschrieben wurde, dafür gibt es heute keine Regel mehr. Wir mögen an diesem Trend die neue Lässigkeit und die Verbindung von Komfort, Struktur und Leichtigkeit. Outdoor-Ästhetik wird hier nicht übernommen, sondern verfeinert. Auch Walter Knoll denkt Komfort und Offenheit in diese Richtung weiter: Der neue Samay Armchair von EOOS bringt eine entspannte Selbstverständlichkeit in den Raum, die Innen und Außen atmosphärisch näher zusammenrücken lässt.

5. Chrom, Edelstahl, Aluminium

Metallästhetik bleibt: aber weicher, skulpturaler und überraschend sinnlich. Genau das hat Mailand dieses Jahr gezeigt: Chrom, Edelstahl und Aluminium wirken 2026 weniger industriell und viel stärker als Teil eleganter Materialkompositionen. Wir sehen den Trend besonders stark dort, wo kühle Oberflächen auf warme Materialien treffen.

Ein perfektes Beispiel aus unserem Shop ist der Thonet S 32 VL, bei dem glänzender Chrom und natürliches Buchenholz eine zeitlose Balance eingehen. Klar, modern und trotzdem wohnlich. Auch Walter Knoll zeigt mit dem Ayabi Chair von Dai Sugasawa, wie fein sich Präzision, Materialbewusstsein und eine fast schwebende Leichtigkeit miteinander verbinden lassen.

6. Holz in der Hauptrolle

Holz gehört nie ganz zu den „neuen“ Trends — und war in Mailand trotzdem wieder einer der stärksten Protagonisten. Vielleicht gerade deshalb, weil das Material heute mehr denn je für Taktilität, Herkunft und eine bewusstere Gestaltung steht. Wir lieben Holz dann besonders, wenn es nicht rustikal wirkt, sondern präzise, leicht und selbstverständlich.

Der Stuhl Mia Rewood vereint zeitloses Design mit nachhaltiger Handwerkskunst. Gefertigt aus Esche in der schwarz pigmentierten Ausführung, überzeugt er durch eine gleichmäßige, elegante Holzstruktur und eine klare Formensprache.

Die Tendenzen zeigen keinen beliebigen Stilwechsel, sondern ein Statement, das auch für hochwertige Wohn- und Objektprojekte relevant ist. Gerade in der Verbindung aus internationalen Neuheiten — etwa von Walter Knoll — und sorgfältig kuratierten Stücken aus dem Architare Shop wird deutlich, worum es künftig geht: um Räume, die nicht nur schön sind, sondern in sich stimmig, sinnlich und dauerhaft überzeugend.

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